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Rhein-Zeitung (Rhein-Lahn) vom 06.03.2010 (RZ-Online)

 

Anbauflächen besser nutzen

WEINÄHR/OBERNHOF. Die Flurbereinigung in der Region Lahn-Taunus schreitet weiter voran. Anfang dieser Woche haben die Ortsgemeinderäte von Weinähr und Obernhof der geplanten Neustrukturierung und Erweiterung der Weinbergsflächen zugestimmt. Ziel ist es, den sechs aktive Winzern - drei hauptberufliche, drei im Nebenerwerb - eine Basis für einen wirtschaftlichen Betrieb zu schaffen. Beispielsweise soll die Möglichkeit geschaffen werden, Maschinen im Wingert einzusetzen. Auch das für die beiden Ortschaften typische Landschaftsbild soll dadurch dauerhaft erhalten bleiben. Diese Maßnahmen sowie die Dorfentwicklung in Winden und die Flurbereinigung in zahlreichen Ortschaften der Verbandsgemeinden Bad Ems, Nassau und Katzenelnbogen sind Themen des Regionalforums der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) am Dienstag, 23. März, 18.30 Uhr, im Kloster Arnstein (Gemarkung Seelbach).

Da im Zusammenhang mit ILE Flurbereinigungsverfahren zügiger vorgenommen und höher vom Land gefördert werden, haben viele Orte in der Lahn-Taunus-Region die Möglichkeit zur Bodenneuordnung wahrgenommen oder planen, dies zu tun. In der Verbandsgemeinde Nassau wurde bereits in Dienethal, Misselberg und Sulzbach ein Flurbereinigungsverfahren eingeleitet, in Dornholzhausen und Oberwies werden noch in diesem Jahr Voruntersuchungen durchgeführt. In der VG Bad Ems hat sich Kemmenau für eine Flurbereinigung ausgesprochen. Die vorbereitenden Untersuchungen werden im kommenden Jahr beginnen, wobei möglicherweise Dausenau einbezogen wird. In der VG Katzenelnbogen haben Dörsdorf, Oberfischbach und Roth Interesse an einer Bodenordnung bekundet. Informationsbedarf zum Verfahren wurde von den Ortsgemeinden Eisighofen, Reckenroth und Rettert angemeldet. Dort dürfte ein solches Verfahren jedoch nicht vor 2013 beginnen können.

Eine besondere Stellung nimmt die Ortsgemeinde Winden (VG Nassau) ein. Dort liegt der Schwerpunkt der Flurbereinigung im Ort selbst. Das Land Rheinland-Pfalz hat Winden als einen von fünf Teilnehmern an einem Modellprojekt ausgewählt. Ziel ist es, die Wohn- und Lebensqualität im Ort zu erhöhen und jungen Familien Anreize zu geben, aufs Land zu ziehen. In einer sogenannten Dorfwerkstatt entwickeln Bürger, Ortspolitiker und Fachleute gemeinsam ihre Vorstellungen, wie Flächen getauscht, Grenzen begradigt, Grundstücke an Wege und Straßen angebunden und Brachflächen wieder genutzt werden können. (crz)