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Wie wichtig ist Bildung?

Rhein-Lahn-Zeitung vom 09.10.2008 (RZ-Online)

ILEK: Fragebogen soll Bedarf ermitteln helfen.

Fachkräftemangel ist ein Grund, weshalb Arbeitskräfte abwandern, fehlende Jobs ein anderer, die demografische Entwicklung ein dritter. Auch um ein künftiges Ausbluten zu verhindern, hat die ILEK Nassau-Katzenelnbogen nun eine "Qualifizierungsoffensive" gestartet.

KATZENELNBOGEN. Interesse wecken und neue Kursangebote schaffen - das ist das Fernziel, das die "Qualifizierungsoffensive" ILK Rhein-Lahn sich auf die Fahnen geschrieben hat. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Zunächst werden die Einwohner der Verbandsgemeinden Katzenelnbogen, Bad Ems und Nassau per Fragebogen gefragt: Wie halten Sie"s denn mit der Weiterbildung?

Der Hintergrund ist klar: Lebenslanges Lernen ist ein bekanntes Schlagwort, wenn es um das Thema Bildung geht. Die Halbwertzeit des Wissens hat sich dramatisch verkürzt. Inhalte, die in der Schule oder der Berufsausbildung vermittelt wurden, sind - auch wegen des rasanten technischen Fortschritts und der wachsenden Vernetzung - schnell veraltet. Deshalb sind sich Politiker wie Wissenschaftler einig wie selten: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Um zu sehen, wie es in Sachen Weiterbildungswilligkeit im Rhein-Lahn-Kreis bestellt ist, sind die Bürger der ILE-Verbandsgemeinden aufgerufen, ihre Sicht der Dinge kundzutun. "Wie wichtig ist lebenslanges Lernen für Sie" oder "wie wichtig ist Weiterbildung im ländlichen Raum" lauten nur zwei der Fragen auf dem Fragebogen. Diesen findet man unter anderem auf der Internetseite der ILEK unter www.ilek-lahn-taunus.de zum Herunterladen. Bis zum 19. Oktober können diese ausgefüllt bei den Verwaltungen abgegeben werden.

"Wir wollen für das Thema Weiterbildung sensibilisieren", sagt Marco Neeb vom Institut für ländliche Strukturforschung, das das ILEK-Projekt wissenschaftlich begleitet. Mithilfe der Fragebögen soll zunächst einmal ein Überblick entstehen. Aufgrund der Daten kann dann überlegt werden, in welche Richtung sich das Angebot der Bildungsträger künftig entwickeln soll.

"Das jetzige Angebot an Weiterbildung ist schon ziemlich gut", sagt Neeb. Wichtigste Träger sind der Kreis mit der Volkshochschule, die Kirchen, Landfrauen oder freie Träger. Doch es muss auch nicht immer auf den Job abzielen. Weiterbildung steht auch für Angebote, die anderweitig stimulierend sind, beispielsweise Kochkurse oder Heimatgeschichtliches, wie Neeb erläutert.

Am Ende dieses Prozesses könnte dann ein passgenaueres Bildungsangebot für die Region stehen, hofft Neeb. Diese könnten dann in Kooperation mit den Bildungsträgern ausgearbeitet und umgesetzt werden. (noe)